Urban Sprawl

© 2024 by Franz Wenzel, Megatrend Institut

erstelllt am 06.02.2024
aktualisiert am 10.02.2024

DRAFT

Negative Trendelemente verstehen

Ein Megatrend besteht per se nicht aus positiven und/oder negativen Trendelementen. Ein Trend ist neutral und seine Bestandteile sind auch neutral. Ein Trend ist so, wie er ist.

Diese Überlegung ist vergleichbar mit dem Güterbegriff. Ein Un-Gut (ein “Schlecht”) entsteht erst durch die Bewertung eines Gutes. Dazu ein Beispiel aus der Industrieproduktion: Bisweilen werden Kriegswaffen als Ungüter definiert. In der Nachhaltigkeitsforschung werden z.B. Waffenproduzenten entsprechend oft als “nicht nachhaltig” bewertet. Natürlich ändert sich diese Betrachtung, wenn sich der Bewertungsmaßstab oder der (persönliche bzw. gesellschaftliche) Blickwinkel verändert. Wir leben in einer Zeit, die uns diese Lektion beinahe täglich lehrt.

Insofern können Teile eines Megatrends als negativ markiert oder empfunden werden, auch wenn sie an sich neutrale Erkenntnisgegenstände sind. Wieder vergleichbar mit dem Güterbegriff gilt dann: je nachdem, wie sich eine Gesellschaft oder Personengruppe, auch z.B. eine ökonomischen Rahmenordnung, in Bezug zu dem jeweiligen Trend bzw. seinen Teilaspekten aufstellt, wird sie den Trend oder seine Teilaspekte bewerten. Das gilt auch für den Megatrend Urbanisierung und den damit verbundenen Aspekt Urban Sprawl, dem (übermäßigen) Flächenfraß bzw. der Zersiedelung (von Fläche).

Forschung leistet regelmäßig dann einen hervorragenden Beitrag zum Verständnis (und der potentiellen Gestaltung) der Welt, wenn sie neutal ist und die Bewertung der sachlichen Forschungsergebnisse der (Einzel-)Anwendung des Erforschten überlassen wird. Wie negativ sich wertende Forschung auswirkt, wie solche Forschung unglaubwürdig wird und durch Fremdsteuerung sowie fianzielle Abhängigkeit auch gute Anliegen verdorben werden, ist eine weitere ganz aktuelle Lektion unserer Tage.

Urban Sprawl

Urbanisierung meint grundsätzlich die Zunahme urbander Lebensweisen. Eine verkürzte Betrachtung umfaßt deshalb oft nur oder vorrangig das Flächenwachstum moderner Städte z.B. in Form von neuen Gebäuden. Es sollten aber auch de gesellschaftlichenn Implikationen der Verstädterung berücksichtigt werden. Nur so kann der Megatrend den Umfang des tatsächlichen Wandels vollständig erfassen.

Mehr Stadt bedeutet in der gängigen Praxis der Urbanisierung ein sichtbares Flächenwachstum. Meist nicht nur eine Verdichtung der Nutzung bereits benutzter Wohn- und Gewerbeflächen. Vielmehr dehnt sich die von der Stadt genutzte Fläche aus, die Stadt verbraucht dabei vor allem an ihren Rändern viel neue Fläche.

Flächen an den Rändern der Stadt sind in der Regel günstiger. Die Bebauung unterscheidet sich deshalb auch und vielleicht vor allem von der Bebauung in der bereits verdichteten Innenstadt bzw. auf innenstadtnahen Flächen. Auch Planungsaspekte (z.B: fehlende Bebauungs- und Flächennutzungspläne) und Genehmigungsmöglichkeiten (z.B. großzügige Abstandsregelungen) spielen eine Rolle. Pro Haus wird mehr Fläche verbraucht, ebenso für die Erschließung der eigentlichen Nutzung (Infrastruktur) und für Nebenflächen (z.B. Garten- und Grünflächen). Während die Fläche für die Nutzung zunächst günstiger ist, entsteht für die (gesellschaftliche) Versorgung der Flächen (im Zeitverlauf) höherer Aufwand. Ein Beispiel sind Infrastuktur und Fahrtwege: Zersiedelter Raum hat den Bedarf nach relativ viel Infrastruktur, die unterhalten und mit oft schlecht ausgelasteten Leistungsangeboten belegt werden muß. So entstehen bei meist als leistungsschwach wahrgenommenem Infrastrukturangebot hohe Gemeinschaftskosten und zudem lange Fahrtwege mit entsprechend hohem Zeitverlust.

Moderne Stadtplanung und Deurbanisierung

Eine vorausschauende Stadtplanung und Überlegungen zur Deurbanisierung ermöglichen effektive Gegenmaßnahmen zu Urban Sprawl. Dabei sollte Suffizienz eine maßgebliche Rolle spielen. Meist wird der maßvolle Flächenverbrauch aber mit Verzicht gleichgesetzt und bei den Beteiligten entsteht schnell ablehnendes Verhalten. Wird allerdings mit den Kosten der Flächennutzung sinnvoll argumentiert, so wird meist Raum für allgemein akzeptable Lösungen geschaffen.

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